Nahaufnahme eines Infusionsschlauchs, Symbol für belastende Chemotherapie

Chemotherapie zwischen Hoffnung und Widerstand

Wenn Hilfe sich bedrohlich anfühlt

Vielleicht stehen Sie kurz vor Ihrer ersten Chemotherapie.
Oder Sie haben bereits mehrere Zyklen hinter sich.

Und vielleicht kennen Sie diesen inneren Zwiespalt:

Sie wissen, dass die Behandlung notwendig ist.
Sie wissen, dass sie Ihre Prognose verbessert.
Und gleichzeitig spüren Sie Widerstand, Angst oder Abneigung.

Ein Patient sagte einmal zu mir:
„Ich weiß, es hilft. Aber ich habe Angst vor jedem Tropf.“

Dieser Satz bringt die Ambivalenz auf den Punkt.

Chemotherapie ist lebensrettend.
Und sie ist belastend.

Beides darf gleichzeitig wahr sein.

Warum diese Ambivalenz so intensiv ist

Chemotherapie bedeutet, dass eine Substanz in Ihren Körper gelangt, die gezielt schnell wachsende Zellen angreift. Medizinisch ist das hochwirksam. Emotional jedoch entsteht oft ein irritierender Gedanke:

„Etwas Giftiges fließt in mich hinein.“

Auch wenn Sie rational wissen, dass es kontrolliert und dosiert geschieht, reagiert Ihr Nervensystem zunächst auf das Prinzip: Substanz von außen – potenzielle Gefahr.

Hier entsteht der innere Konflikt:

  • Ich will gesund werden.
  • Ich fürchte die Nebenwirkungen.
  • Ich vertraue der Medizin.
  • Ich misstraue dem, was ich gleich spüren werde.

Ambivalenz ist kein Zeichen von Undankbarkeit oder fehlender Kooperation.
Sie ist Ausdruck innerer Differenzierung.

Der Körper lernt mit: Antizipatorische Übelkeit

Ein Phänomen, das viele überrascht, ist die sogenannte antizipatorische Übelkeit.

Manche Patientinnen und Patienten berichten, dass ihnen bereits beim Betreten der Klinik, beim Geruch des Desinfektionsmittels oder beim Anblick des Infusionsständers übel wird – noch bevor das Medikament läuft.

Das ist kein „Einbilden“.

Neurobiologisch handelt es sich um eine Konditionierung.

Ihr Gehirn verknüpft Reize (Raum, Geruch, Geräusche) mit früheren Erfahrungen von Übelkeit.
Beim nächsten Kontakt mit diesen Reizen aktiviert es vorsorglich das gleiche Muster.

Ihr System versucht, Sie vorzubereiten.

Das bedeutet: Ihr Körper lernt.
Und Gelerntes kann auch wieder verlernt oder abgeschwächt werden.

Erwartungsangst und Stressachsen

Vielleicht merken Sie schon Tage vor dem nächsten Zyklus:

  • innere Anspannung
  • schlechteren Schlaf
  • erhöhte Reizbarkeit
  • Grübeln

Erwartungsangst aktiviert die Hypothalamus-Hypophysen-Nebennieren-Achse.
Stresshormone steigen. Muskelspannung nimmt zu. Der Magen-Darm-Trakt reagiert sensibel.

Das bedeutet nicht, dass Sie „nicht positiv genug denken“.
Es bedeutet, dass Ihr Körper sich auf eine als belastend gespeicherte Situation vorbereitet.

Wichtig ist hier nicht, Angst zu verbieten.
Wichtig ist, Ihr System zu regulieren.

Ein klinischer Moment

Ein 58-jähriger Patient sagte im Infusionsraum zu mir:

„Ich fühle mich jedes Mal wie vor einer Prüfung. Ich will es hinter mich bringen.“

Wir haben gemeinsam erarbeitet, was genau die Angst auslöst:

War es die Übelkeit?
Die Erschöpfung danach?
Der Kontrollverlust während der Infusion?

Er stellte fest:
Es war das Ausgeliefertsein während des Tropfens.

Allein diese Klarheit reduzierte die diffuse Anspannung.

Angst wird oft größer, wenn sie unbenannt bleibt.

Wie Sie aktiv Einfluss nehmen können

  1. Rituale etablieren

Wiederholung schafft Vorhersagbarkeit.

  • gleiche Musik während der Infusion
  • eine vertraute Begleitperson
  • ein bestimmtes Getränk danach

Ihr Nervensystem liebt Struktur.

  1. Innere Sprache bewusst wählen

Statt: „Jetzt bekomme ich Gift.“
Vielleicht: „Das ist eine starke Therapie, die gezielt wirkt.“

Worte beeinflussen körperliche Reaktionen.

  1. Ambivalenz zulassen

Sie dürfen denken:
„Ich hasse das – und ich bin dankbar dafür.“

Diese Gleichzeitigkeit reduziert inneren Druck.

Achtsamkeitsübung: 3-Minuten-Bodyscan

Diese Übung können Sie vor oder während der Infusion durchführen.
Sie ist bewusst reduziert, um nicht zu überfordern.

Minute 1 – Stirn
Richten Sie Ihre Aufmerksamkeit auf Ihre Stirn.
Ist sie angespannt?
Lassen Sie die Muskeln minimal weicher werden.
Kein Zwang. Nur Wahrnehmen.

Minute 2 – Hände
Spüren Sie Ihre Hände.
Liegen sie ruhig?
Sind sie kühl oder warm?
Vielleicht bewegen Sie die Finger leicht.

Minute 3 – Füße
Lenken Sie Ihre Aufmerksamkeit zu Ihren Füßen.
Spüren Sie den Kontakt zum Boden oder zur Liege.
Drücken Sie sie für einen Moment sanft nach unten.

Diese drei Bereiche – Stirn, Hände, Füße – helfen, den Körper als Ganzes zu regulieren, ohne ihn vollständig zu scannen.

Wenn Gedanken kommen, dürfen sie da sein.
Sie kehren einfach zur aktuellen Körperstelle zurück.

Zum Abschluss

Chemotherapie konfrontiert Sie mit einer komplexen Erfahrung:
Sie nehmen Belastung in Kauf, um Heilungschancen zu erhöhen.
Das ist kein kleiner Schritt.
Wenn Angst auftaucht, bedeutet das nicht, dass Sie diesen Weg infrage stellen.
Es bedeutet, dass Ihr System aufmerksam ist.
Sie dürfen sich schützen – auch während Sie behandelt werden.
Sie dürfen ambivalent sein – und trotzdem entschlossen.
In den nächsten Beiträgen werden wir uns auch mit Erschöpfung, Körperbild und Langzeitfolgen beschäftigen.
Für heute reicht vielleicht dieser Gedanke:
Sie müssen diese Behandlung nicht mögen.
Sie dürfen sie trotzdem annehmen.
 
2400 1600 dr-sibylle-multhaupt

Die Geschichte des Niaöls

Die Geschichte des Niaöls

Natürliche Hautpflege bei Bestrahlungen.
Hilfe für stark beanspruchte Haut

Niaöl entdecken...

Meine Geschichte und die Entwicklung des Niaöls

Die Geschichte hinter einem Pflegeöl, das aus Erfahrung, Forschung und dem Wunsch zu helfen entstanden ist.

Dr. Sibylle Multhaupt
Entwicklerin und Gründerin von Niaöl

Das Niaöl und ich – es ist eine lange Geschichte, die ich hier kurz erzählen möchte. Von 2004 bis 2024 war ich als Psychoonkologin in einem Brustzentrum tätig. Jetzt arbeite ich in meiner eigenen Praxis als Psychotherapeutin und Psychoonkologin.

In meiner Arbeit besetze ich also die Schnittstelle zwischen Psychologie und Medizin. Das heißt, ich führe Gespräche mit den Patientinnen. Die Diagnose Krebs hat große psychische Auswirkungen, und für die anschließende Behandlung gilt das natürlich ebenso.

Da vor allem die Chemo- und die Strahlentherapie von diversen Nebenwirkungen begleitet werden, kommen auch diese in meinen Gesprächen mit den Patientinnen häufig zur Sprache.

Zunächst habe ich auf die konventionellen, „chemischen“ Pflegeprodukte verwiesen, wie sie auch von Strahlentherapeuten empfohlen werden. Doch dann wurde mir zunehmend bewusst, dass viele Patientinnen das Bedürfnis nach einer „natürlichen“ Pflege haben – schließlich wurde ihnen während der Behandlung „Toxisches“ schon zur Genüge verabreicht.

Den Wunsch nach einer naturbelassenen Pflege konnte ich nur allzu gut verstehen. Und mir wurde noch ein zweiter, nicht zu unterschätzender Aspekt bewusst: Die Frauen wollen in diesem Prozess eine aktive Rolle einnehmen, sich selbst ihrem Körper zuwenden, um ihm zu helfen, gesund zu werden.

Also begann ich zu recherchieren, musste aber bald feststellen: Zur natürlichen Hautpflege bei Krebserkrankungen gibt es erstaunlich wenige Informationen. Das weckte meinen Spürsinn. Ich besorgte mir diverse Bücher, las und las, vertiefte mich in traditionelle und moderne Literatur zum Thema natürliche Hautpflege. Ich studierte Werke über Pflanzenheilkunde und stieß zwangsläufig auf die „weisen Frauen“, die einst ihr erprobtes Wissen von Generation zu Generation weitergegeben haben. Ihr Reichtum an Kenntnissen faszinierte mich und brachte mich letztlich zu der Überzeugung, dass ich hier auf meiner Suche eine Lösung finden kann. So fing ich an, mich intensiv mit ätherischen Ölen zu beschäftigen. Sie besitzen nicht nur ein breites Wirkspektrum als Heilmittel, sondern haben zudem die Eigenschaft, durch ihre Düfte auch auf unsere psychische und mentale Verfassung Einfluss zu nehmen.

Neben meiner Lektüre besuchte ich Kosmetikseminare und unzählige Workshops in Bayern, Tirol, Portugal und Südfrankreich. Dabei wurde profundes Wissen nicht nur vermittelt, sondern auch praktisch umgesetzt. Eine überaus wertvolle Erfahrung, die mich ermutigte, den nächsten Schritt zu wagen:

Ich wandelte meine Küche zu einem kleinen Labor um, begann mein erworbenes Wissen anzuwenden und experimentierte: Ich kochte, rührte, mixte, stellte eigene Rezepturen her, verwarf sie wieder und kreierte neue. Immer und immer wieder, bis ich es endlich gefunden hatte: ein Produkt, das die Haut schützt und pflegt, ihr bei der Regeneration von Zellen hilft und den Hautstoffwechsel anregt: das Niaöl war geboren – ein rein pflanzliches Mittel, das aus verschiedenen ätherischen Ölen besteht, deren Heilwirkungen sich auf ideale Weise ergänzen.

In diesem Öl steckt nicht nur das Wissen und die Erfahrung um die Heilkraft der darin enthaltenen Substanzen, sondern der Wunsch, Menschen in der schweren Phase der onkologischen Therapie bzw. Menschen mit sehr trockener und gereizter Haut sanft und wirksam zu unterstützen.

Natürlich musste das Niaöl dann mein „kleines Labor“ verlassen, um als Pflegeprodukt offiziell anerkannt zu werden. Es folgte der mitunter beschwerliche Weg durch den Dschungel der Bürokratie, bis es schließlich gemäß der EU-Kosmetik-Verordnung im April 2021 zugelassen wurde. Seitdem wird es hier in Deutschland produziert.

Auf jeden Fall hat sich all die Mühe gelohnt! Ich freue mich immer wieder aufs Neue über die positiven Rückmeldungen all jener Frauen und natürlich auch Männer, die das Niaöl verwenden und von dessen Wirkung begeistert sind. Und mir bleibt das schöne Gefühl, nicht nur als Psychoonkologin so gut wie möglich zu helfen, sondern auch mit dem Niaöl ein Mittel gefunden zu haben, das zusätzlich zu einer Verbesserung der Lebensqualität beitragen kann.

Mein Niaöl steht für eine optimale Pflege für stark beanspruchte und trockene Haut. Seine Inhaltsstoffe sind allesamt „reine Natur“ ohne jegliche Chemie und zu 97.8% aus kontrolliert biologischem Anbau. Die Wirksamkeit wird nicht nur in Verbraucherstudien bestätigt, sondern auch durch die zahlreichen Rückmeldungen unserer Kunden.

Die Hautpflege bei einer Strahlentherapie

Bei der Strahlentherapie (auch Radiotherapie oder Bestrahlung) im Rahmen einer onkologischen Behandlung treten häufig Irritationen der Haut in Form einer entzündlichen Reaktion als Nebenwirkung auf. Die Hautirritationen werden in der Fachsprache Radio- bzw. Strahlendermatitis genannt.

Während der Bestrahlung tritt die Strahlendermatitis unterschiedlich häufig und stark auf. Die Reaktionen sind u.a. abhängig von der Tumorlage, Größe des zu bestrahlenden Gebietes sowie vom Hauttyp und Alter der PatientInnen. Diese Reaktionen der Haut zeigen sich meist mit einer Verzögerung von einigen Tagen bis Wochen nach Bestrahlungsbeginn. Um die Nebenwirkungen einer solchen Bestrahlung abzumildern, empfehlen wir eine frühzeitige Pflege mit Niaöl.

Was genau passiert mit meiner Haut bei einer Strahlentherapie?

So notwendig die Bestrahlung auch ist, sie hemmt den Zellnachschub der Haut. Etwa zwei bis fünf Wochen nach Bestrahlungsbeginn setzt eine „überschießende“ Nachbildung von Epithelzellen (Desquamation oder Epitheliolyse genannt) ein. Dies führt zu einer erhöhten Durchblutung, was wiederum die „Einwanderung von Entzündungszellen“ in den Gefäßkanal der Haut begünstigt. Es kann zum Strahlenerythem kommen. Dies kann schmerzhaft sein und den Alltag beeinträchtigen. In genau diesen Mechanismus greift das Niaöl aufgrund seiner stark entzündungshemmenden und antioxidativen Wirkung ein und mildert die Reaktion merklich ab.

Wie sollte ich meine Haut auf eine Strahlentherapie vorbereiten?

Um Ihre Haut auf eine Strahlentherapie bestmöglich vorzubereiten, verwenden Sie das Niaöl ca. drei Wochen vor der ersten Bestrahlung zweimal täglich. Die Anwendung regt den Hautstoffwechsel an und stärkt den Hautschutzmantel– das Niaöl fördert die eigene Zellregenerierung. Dadurch ist ihre Haut insgesamt gestärkt und bestmöglich auf die Bestrahlung vorbereitet.

100% natürlich - made in Germany

Die Bestandteile des Niaöls sind allesamt reine Naturprodukte ohne jegliche chemische Zusätze.

Niaouli, lat. Melaleuca quinquenervia, wird auch als „Myrtenheide“ bezeichnet. Das ätherische Niaouliöl ist ein sehr beliebtes Produkt in der Hautpflege.
Niaouli wirkt antiviral, antimykotisch, antiinflammatorisch. Niaouli hat stark hautregenerierende und zellreparierende, sowie immunstärkende Eigenschaften, wirkt gegen Verbrennungen und kann Strahlenschäden lindern.

Lavendel, lat. Lavandula, gilt seit jeher als bewährtes Volksheilmittel und Allheilmittel. Lavendel hilft bei Verbrennungen und Verbrühungen und eignet sich hervorragend zur Narbenpflege. Lavendel wirkt antiseptisch, wundheilend schmerzlindernd, durchblutungsfördernd, entspannend und wird als sanftes Schlafmittel sowie zur Angstbehandlung eingesetzt. Hervorzuheben ist die sehr gute Verträglichkeit des Lavendels, allergische Reaktionen treten äußerst selten auf.

Sanddorn, lat. Elaeagnaceae, wird auch als Zitrone des Nordens bezeichnet. Das fetthaltige Sanddornfruchtfleischöl fördert die Wundheilung und Epithelisierung. Es wird bei Verbrennungen und Sonnenbrand eingesetzt. Sanddornfruchtfleischöl wirkt zellregenerierend, entzündungshemmend und antioxidativ und regt die hauteigenen Stoffwechselprozesse an. Darüber hinaus beruhigt es stark beanspruchte Haut und spendet Feuchtigkeit.

Einer der Hauptvorteile von Jojobaöl ist seine Fähigkeit, intensive Feuchtigkeit zu spenden. Es enthält natürliche Feuchthaltemittel, die dazu beitragen können, den Feuchtigkeitsgehalt der Haut zu erhöhen und zu erhalten. Dies kann dazu beitragen, die Haut geschmeidig und glatt zu halten.
Darüber hinaus ist Jojobaöl reich an nährenden Inhaltsstoffen wie Vitamin E, Mineralstoffen und Fettsäuren.

Mandelöl ist ein feines und leichtes Öl, das wertvolle Fettsäuren, Nährstoffe und Vitamine enthält. Es eignet sich besonders gut zur Pflege von trockener, juckender und schuppiger Haut aufgrund seiner besonderen Fähigkeiten. Mandelöl wird aufgrund seiner antioxidativen Eigenschaften auch als Schutz gegen freie Radikale und Hautalterung eingesetzt.

Aprikosenkernöl ist reichhaltig und kann den Hautstoffwechsel anregen, was dazu beitragen kann, die Elastizität der Haut zu erhalten und sie zu revitalisieren. Es ist besonders geeignet für die Pflege empfindlicher, spröder und strapazierter Haut. Das Öl wird aus den Kernen von Aprikosen gewonnen und enthält wichtige Nährstoffe wie Vitamine A und E sowie essentielle Fettsäuren, die dazu beitragen können, die Haut mit Feuchtigkeit zu versorgen und sie geschmeidig zu halten.